HistoPopArt aus dem Saarland

Eine saarländische Erfindung.

Anne Kerber ist Medizinisch-technische Assistentin der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. Dort leitet sie das dermatopathologische Labor. Irgendwann kam ihr wegen ihres Hobbies – der Fotografie – eine verrückte Idee: Wieso Histologie und Kunst nicht verbinden? Sie begann, Fotos von histologischen Schnitten ähnlich wie ihre privaten Fotos in Pop Art Bilder umzuwandeln. Nicht nur sie, sondern auch viele Menschen, die mit dem Thema Histologie gar nichts am Hut hatten, faszinieren die Bilder.

Frage: Frau Kerber, Sie erschaffen mit Ihren Bildern sehr farbenfrohe aber gleichzeitig abstrakte Welten. Ist den Betrachtern immer klar, um was für Motive es sich bei Ihrer Kunst handelt? Wie sind die Reaktionen, wenn deutlich wird, dass es sich um menschliches Gewebe handelt?

Antwort: Ein Pathologe erkennt sicher direkt, um welches Motiv es sich handelt. Medizinische Laien sehen die knallig bunten Farben und außergewöhnlichen Strukturen und sind gefangen von den Bildern. Bei meinen Ausstellungen gibt es aber zu jedem Bild immer passende Erklärungen zur Art und Funktion des Gewebes. Es begeistert die Betrachter sehr mit Hilfe meiner Bilder sozusagen in den eigenen Körper blicken zu können.

Speiseröhre
©Anne Kerber: Speiseröhre
Haare
©Anne Kerber: Haare

Frage: Welche Reaktionen und Emotionen möchten Sie durch Ihre Kunst beim Betrachter auslösen? Was ist Ihr Ziel?

Antwort: Wenn es mir gelingt, beim Betrachter ein Gefühl der Faszination für das „Wunderwerk Mensch“ zu wecken, dann macht mich das glücklich. Immer wieder finden Besucher meiner Ausstellungen Assoziationen und ich höre Sätze wie: “…das sieht aus wie eine Insel im Meer.“ Das finde ich immer toll. Wenn durch meine Bilder die Fantasie angeregt wird, begeistert mich das jedes Mal.

Frage: Haben Sie Lieblingsmotive oder eignet sich bestimmtes Gewebe besser als anderes für Ihre Bilder? Gibt es eventuell auch Grenzen, die Sie nicht überschreiten?

Antwort: Zu meinen Favoriten gehören auf jeden Fall Haare, die in der Haut stecken und Strukturen der Niere. Homogen aufgebaute Gewebe, also solche mit wenig Struktur, sind nicht ganz so „spannend“ anzuschauen wie Gewebe mit deutlichen und ausgeprägten Mustern. Niemals kreiere ich ein HistoPopArt-Bild aus pathologischem, also erkranktem Gewebe. Das empfinde ich als unethisch und das ist absolut nicht in meinem Sinne.

Muskel
©Anne Kerber: Muskel
Nierenkörperchen
©Anne Kerber: Nierenkörperchen

Frage: Kann man Ihre Bilder denn aktuell auch live betrachten? Stellen Sie aus?

Antwort: Viele meiner Bilder kann man als dauerhafte Installationen am Universitätsklinikum des Saarlandes im Homburg in unterschiedlichen Abteilungen sehen. Ab September wird man HistoPopArt als zweimonatige Ausstellung im Cloef Atrium an der Saarschleife betrachten können und auch für 2019 sind bereits einige Ausstellungen, auch im Saarland, fest terminiert. Alle aktuellen und anstehenden Termine findet man auf meiner Website.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Links zu den Kanälen von Frau Kerber:

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